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Carola Czempik

Carola Czempik

1958

in Hildesheim geboren

1976 -1978

Studium des 'Mime Corporel'
und modernen Tanzes an der HDK Berlin

1976 - 1983

Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin, Magister Artium

1982 - 1992

Theaterpädagogische Arbeit in Deutschland und Italien

1986 - 1990

Mitglied der freien Bewegungstheatergruppe "Belladonna"

1987 - 1990

Studium der Bildhauerei bei F. Dornseif und J. Hashimoto an der UDK Berlin

1987 - 1993

Studium der freien Malerei bei Prof. Herrfurth an der UDK Berlin

1994

Meisterschülerin bei Prof. Herrfurth, Prof. Appelt (in Vertretung)
Geburt des Sohnes

seit 1993

freischaffend tätig

seit 1996

Leitung von Workshops in Bildender Kunst und Performance

seit 2005

im Kaspar Hauser Forum, Kunsttherapeutikum, Berlin

seit 2006

Dozentin an der Landesakademie für Schulkunst und Theater
Schloss Bad Rotenfels bei Karlsruhe


Lebt und arbeitet in Glienicke/Berlin

 

Die Suche nach den Ursprüngen von Kultur führte mich zur Erforschung vorchristlicher Hochkulturen und deren Schöpfungsmythen. Der dort thematisierte Kreislauf aller Stoffe, deren rhythmische Wiederkehr unter klaren Gesetzmäßigkeiten, regten meine schöpferische Fantasie stark an und prägten von Anfang an meine künstlerische Arbeit. Diese begann als Auseinandersetzung von Körper und Raum in Tanz und Bewegungstheater und entwickelte sich weiter in der bildnerischen künstlerischen Arbeit. Meine Bilder besaßen so von Anfang an eine starke Körperlichkeit oder Wesenhaftigkeit, ausgedrückt u. a. durch feine reliefartige Oberflächenstrukturen, die an Häute erinnern und einen Objektcharakter der Bilder herstellen.

Verflüssigungen und Verfestigungen
Mineralische Gesteine, die zu den Ursubstanzen der Erde gehören, verwende ich als Gesteinsmehle innerhalb meiner Arbeitstechnik. Diese besteht aus einer Schichtung von zahlreichen, verschiedenfarbigen Acryl, Öl und -Wachslasuren unter Einbezug von feinsten Papiergeweben, Pflanzenresten, Schellack, Salz, Tonerden und den schon erwähnten Gesteinsmehlen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Gesteinsmehle aus Marmor, Feldspat, Quarz, Dolomit und Basalt. Diese verflüssigten Materialien treten innerhalb der bildnerischen Arbeit in einen Transformationsprozess ein und gestalten eine imaginäre materielle Bilderlandschaft, die sich durch den Faktor Zeit in vielschichtiger, rhythmischer Veränderung befindet. Das Werden und Vergehen von Materie ist für mich in diesem Zusammenhang ein wichtiges gestalterisches Thema. Auch die Farbe nimmt einen zentralen Raum in meiner Arbeit ein. Die Malgründe aus Papieren und Gesteinsmehlen werden zunächst von Farblasuren geradezu überschwemmt und manifestieren sich im Trocknungsprozess als Lebensspur, bevor neue Materiallasuren dominierend in den Vordergrund treten und Wachsemulsionen entstandene Strukturen versiegeln.

Kontraste
Die für meine Kunst sehr inspirierenden Texte der Schöpfungsmythen verschiedener Kulturen stehen für mich im Spannungsfeld zur aktuellen Chromosomen - Gen und Zellforschung, deren mikroskopisches Bildmaterial mich zunehmend zu neuen Positionen drängt. Aufnahmen von Zellstrukturen als "Bausteine des Lebens" werden in ungeheuren Vergrößerungen in meine Sehgewohnheiten transportiert. Scheinbar Unsichtbares wird groß und sichtbar, verborgene Landschaften eröffnen sich meinem Blickfeld und verschmelzen mit dem schon genannten Kontext meiner Arbeit zu weiteren neuen Ansätzen.

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